Der Tagebau Lichtenberg


Tagebaurestloch Lichtenberg 1991

Eines der offenkundigsten Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus
Der Tagebau Lichtenberg - ein Blick zurück

Hintergrund


Eine der offenkundigsten Hinterlassenschaften der SDAG Wismut ist der Tagebau Lichtenberg. Hier, wo sich einst die Ortschaften Schmirchau, Lichtenberg und Gessen befanden, entstand ein Loch von fast einem Kilometer Breite und zwei Kilometern Länge in der Erde. Seine größte Tiefe betrug 230 Meter. Rings um den Tagebau hatte sich eine Haldenlandschaft gebildet.

Schon für die Auffahrung zur Erzgewinnung wurde ein riesiges Aufgebot an technischen Geräten eingesetzt. Die Gewinnung des uranhaltigen Gesteins erfolgte mittels Sprengarbeiten. Um das Erz abzubauen, wurden Sprenglöcher in das Gestein gebohrt, die folgende Sprengung lockerte das Haufwerk dann so, dass es abtransportiert werden konnte.


Gestein aus dem Tagebau wurde mit einem Förderband bewegt
Zeitweise rollten hier über 150 Fahrzeuge, die zum Transport des Rohstoffes eingesetzt wurden. Begonnen wurde mit dem Transportieren des gewonnenen Erzes mit sogenannten SIS-Kippern, die eine Nutzlast von 3 Tonnen hatten, später folgten Fahrzeuge mit 6 Tonnen und die bekannten KRAS-Kipper mit 12 Tonnen Nutzlast – zum Vergleich: die größten Muldenkipper der Wismut GmbH, die zur Sanierung des Tagebaus eingesetzt wurden, konnten insgesamt 136 Tonnen Gestein laden. Das so genannte Nebengestein wurde dann über eine Band- und Absetzeranlage auf die Halden gefördert.

Bereits 1976 musste die Förderung des Erzes im Tagebau Lichtenberg eingestellt werden, da im Norden die Stadtgrenze von Ronneburg und im Osten die Anlagen des Bergwerkes Schmirchau eine Erweiterung unmöglich machten.

Der ehemalige Tagebau Lichtenberg 1991

Aus dem Loch wird ein Berg geschüttet


Bis 1990 wurde dann u. a. Material aus umliegenden Schächten in den Tagebau verbracht. Mit Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland war dann die komplette Verfüllung des Tagebaus vorgesehen.

Das Sanierungskonzept für den Standort Ronneburg sah vor, alle Halden südlich der BAB 4 (außer Halde 381) in das Tagebaurestloch Lichtenberg umzulagern. Anfang 2008 wurde die Halde Schutzdamm Ronneburg als letzte Halde am Standort Ronneburg umgelagert und somit die Haldenumlagerung beendet.

Mit der Sanierung des Tagebaus Lichtenberg errichtete die Wismut GmbH ein Landschaftsbauwerk, in dem über 125 Mio. m³ Haldenmaterial sicher verwahrt wurden.

Blick von oben:
Die Verfüllung des Tagebaugeländes 1998
Stand 2003
Abdeckung 2014

Die Abdeckung des entstandenen Aufschüttkörpers wurde im Juni 2018 beendet. Damit ist eine Fläche von rund 222 ha mit einer Abdeckung aus zwei Schichten versehen worden. Der verbliebene Wege- und Wasserbau wird bis Ende 2018 und die restliche Begrünung im Jahr 2019 realisiert. Wenn das Bauwerk fertig ist, soll das Netz von Wegen 20 km betragen und zur Sammlung und Ableitung von Oberflächenwasser über 21 km Wasserbauwerke errichtet sein.

Der fertig gestellte Aufschüttkörper mit den zwei Hügeln wird weiterhin an die vergangene Bergbautätigkeit in dieser Region erinnern. 2007 wurde zur Bundesgartenschau die „Neue Landschaft Ronneburg“ vorgestellt. Durch die besondere Architektur soll auch künftigen Besuchern die geleistete Arbeit an Deutschlands größtem Umweltprojekt, aber auch die bergmännischen Tätigkeiten in der Region, veranschaulicht werden.

Neue Landschaft Ronneburg 2014