Pipe Conveyor


Der Pipe Conveyor – ein geschlossener Gurtbandförderer – war ein wichtiger Bestandteil der Sanierung für den Komplex des ehemaligen Aufbereitungsbetriebes Crossen, der dazugehörigen Bergehalde sowie der Industriellen Absetzanlage (IAA) Helmsdorf.

Das Sanierungskonzept am Standort Crossen sah vor, die Haldenmassen, das Abbruchmaterial des Betriebsgeländes sowie den Bodenaushub auf die nahegelegene IAA Helmsdorf zu bringen. Dort wurde das Material dann bei der Sanierung der Absetzanlage zur Abdeckung eingesetzt.
 

Zum umweltverträglichen Transport des Crossener Materials auf die IAA wurde 1997 der Pipe Conveyor in Betrieb genommen. Das Fördersystem wurde so konstruiert, dass eine Belastung der Umgebung mit Stäuben während der Umlagerung ausgeschlossen wird.

Auf seiner Länge von rund 2 km überquert der Pipe Conveyor die Zwickauer Mulde, die ehemalige Bundesstraße 93/175 und die Gleisanlagen der Deutschen Bahn AG.
 

Kennzahlen


  • Pipe-Nenndurchmesser: 300 mm
  • Bandbreite: 1.100 mm
  • Installierte Antriebsleistung: 450 kW
  • Höhenunterschied: ca. 102 m


Mit dem Pipe Conveyor wurde das Crossener Haldenmaterial umweltschonend zur industriellen Absetzanlage Culmitzsch transportiert

 

2017: Demontage nach 20 Jahren Einsatz

 

Im Rahmen der Sanierung des Wismut-Standortes Crossen wurden bis zum 16. Februar 2016 3,25 Mio. m³ radioaktives Bergematerial mit dem Pipe Conveyor in die IAA umgelagert. 130 000 Fahrten mit großen LKW mit all den damit verbundenen Belastungen für Mensch und Umwelt konnten so vermieden werden. Das Haldenmaterial wurde staubdicht, sicher und umweltschonend transportiert.

Nach 20 Jahren Dauereinsatz muss der Pipe Conveyor mit allen Nebenanlagen nun abgebrochen werden. Dies umfasst mehrere Brückenbauwerke, Rohrleitungen und Anlagen zum Betreiben der Bandanlage.

Mit der Rodung der betreffenden Flächen wurde am 5. Dezember 2016 begonnen. Der Rückbau des Pipe Conveyors ist ab Frühjahr 2017 vorgesehen. Dabei werden die größten Herausforderungen die Querungen der alten Bundesstraße B 93, der Zwickauer Mulde und der Anlagen der Deutschen Bahn AG sein. Aufgrund erforderlicher Sperrungen müssen wie schon beim Bau des Pipe Conceyors enge Zeitfenster eingehalten werden.



 

Während des Rückbaus des Brückenteiles über der Deutschen Bahn wurde die Strecke Dresden - Werdau gesperrt und die Oberleitungen abgeschalten (Foto: Gerd Meyer)
Mit einem 500 Tonnen Autokran wurde das Brückenteil schließlich abgehoben (Foto: Gerd Meyer)
Das 36 Meter lange Teilstück wurde am 15. Juli 2017 abgehoben
(Foto: Gerd Meyer)



Am 17. Juli wurde auch das Teilstück über der Altenburger Straße demontiert
Am folgenden Tag wurde auch die Brücke über der Zwickauer Mulde mit einem Kran entfernt
Die demontierten Teile werden anschließend nach Belastungen untersucht und wenn nötig, gesäubert, bevor sie entsorgt werden 



Im letzten Bauabschnitt sind dann bis 2018 die Wiederaufforstung und Bepflanzungen vorgesehen. Nach erfolgtem Abbruch und der Renatu-rierung werden die betroffenen Grundstücke in den Urzustand zurückversetzt und an die Eigentümer zurückgegeben.