Wasserbehandlungsanlagen der Wismut GmbH



Seit Beginn der Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus stellt die Wasserbehandlung eine der Hauptaufgaben der Wismut GmbH dar. Bei der Sanierung fällt mit Schadstoffen kontaminiertes Wasser an. Dieses muss zum Schutz des Grund- und Oberflächenwassers gefasst und in sogenannten Wasserbehandlungsanlagen gereinigt werden.

Das betrifft im Wesentlichen:
 

Flutungswasser:
aufsteigendes Grundwasser in den zu flutenden Bergwerken und das nach abgeschlossener Flutung austretende Wasser
 

Frei- und Porenwasser:
das in den Absetzanlagen der früheren Uranerzaufbereitung vorhandene Wasser
 

Haldensickerwasser:
Oberflächenwasser, das in Halden infiltriert ist und am Haldenfuß wieder austritt
 

Typische Schadstoffe im zu behandelnden Wasser sind Uran, Radium, Arsen, Eisen und eine Reihe anderer Schwermetalle. Die Abtrennung dieser Schadstoffe fordert, in Abhängigkeit der vorliegenden Wasserqualität, der Menge und dem Behandlungsziel, unterschiedliche Behandlungsverfahren. Das Spektrum der bisher eingesetzten Verfahren reicht vom Ionenaustausch über das Fällverfahren bis hin zu passiven Behandlungsmethoden.

Bei der Wismut GmbH werden 3 grundsätzliche Behandlungsverfahren angewandt:

1. Fällungsverfahren
Durch Zugabe spezieller Chemikalien werden die Schadstoffe aus dem Wasser als schwerlösliche Verbindungen ausgefällt.

2. Ionenaustausch
Hier werden Wasserschadstoffe mittels bestimmter Ionenaustauscherharze entfernt. Der am Harz angelagerte Schadstoff kann von diesem wieder entfernt werden. Das Harz ist somit mehrfach einsetzbar. Dieses Verfahren kommt bei Wismut an den Standorten Aue und Königstein zur Abtrennung des Urans aus dem Sicker- bzw. Flutungswasser zur Anwendung.

3. Biologische Wasserbehandlung
Bei diesem Verfahren nutzt man die Eigenschaft bestimmter Pflanzen, Schadstoffe in den Wurzeln bzw. in der Blattmasse zu akkumulieren. Die technischen Anlagen dazu werden auch Constructed Wetlands genannt. Dabei durchströmt das zu behandelnde Wasser ein oder mehrere Becken in denen sich die entsprechende Biomasse zur Schadstoffabtrennung befindet. Das Verfahren ist wegen des großen Flächenbedarfes überwiegend für geringe Wassermengen geeignet.
 

Gegenwärtig betreibt die Wismut GmbH sechs Wasserbehandlungsanlagen, in denen die relevanten Schadstoffe durch chemisch/physikalische Vorgänge entfernt werden. Eine passiv-biologische Anlage befindet sich im Probebetrieb.
 

Die Wasserbehandlung wird eine Aufgabe sein, die noch über viele Jahre hinweg betrieben werden muss.