Sanierung der Industriellen Absetzanlagen

Die größte Herausforderung der Sanierung
Einspülung der Feinschlämme in eine Absetzanlage

In der Sanierungsverantwortung der Wismut GmbH befinden sich vier industrielle Absetzanlagen. Das sind die Absetzanlagen Helmsdorf und Dänkritz 1 in der Nähe der Stadt Zwickau sowie die Anlagen Culmitzsch und Trünzig am Standort Seelingstädt. In diesen vier Anlagen wurden die feinkörnigen Rückstände der Uranerzaufbereitung über Rohrleitungen eingespült und eingelagert. Mit Einstellung der Uranerzgewinnung nahmen die vier Anlagen eine Fläche von rund 570 Hektar ein und stellten eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung der Uranerzbergbauhinterlassenschaften dar.


 

IAA Culmitzsch 1991
IAA Trünzig 1991
IAA Helmsdorf und Dänkritz I 1992

Sofortmaßnahmen

In den ersten Jahren nach dem Ende der Urangewinnung mussten vor allem Sofortmaßnahmen der Gefahrenabwehr an allen Standorten erfolgen. Freiliegende Spülstrände wurden vorerst mit mineralischem Boden bedeckt, um das Abwehen radioaktiven Staubes zu reduzieren. Zum Schutz der Oberflächengewässer und Grundwasserleiter wurden Sickerwasserfassungen erweitert und neu errichtet.

Technologie

Parallel zu diesen ersten Maßnahmen wurden verschiedene Sanierungsoptionen untersucht. Ziel war es, einen langfristig sicheren Zustand der Anlagen zu erreichen. Im Ergebnis der Untersuchungen wurde die so genannte trockene In-situ-Verwahrung als die wirtschaftlichste Variante gewählt. Das heißt, die Schlammteiche werden am Ort verwahrt, dabei wird das Freiwasser entfernt, die eingelagerten feinkörnigen Rückstände werden unter Zuhilfenahme von geotechnischen Hilfsmitteln stabilisiert und schließlich mit mineralischen Materialien in mehreren Schichten abgedeckt. Diese Technologie wird prinzipiell an allen vier Standorten angewandt.


 

Aufbringen der Zwischenabdeckung

Stand der Arbeiten

Bei der Verwahrung der Anlagen wurden in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Auf den Absetzanlagen Helmsdorf, Dänkritz 1, Culmitzsch und Trünzig ist die Zwischenabdeckung beendet. Gegenwärtig wird auf den Absetzanlagen auf Teilflächen die abschließende Kontur mit der Endabdeckung hergestellt.

Bei den Absetzanlagen Helmsdorf und Culmitzsch wurde die Sanierungstechnologie der Zwischenabdeckung modifiziert. Aufgrund der schwierigen geotechnischen Verhältnisse in den Zentralbereichen der Becken mussten die hier sehr feinkörnigen Schlämme vor dem Abzug des Wassers stabilisiert werden. Dazu wurde von einer schwimmenden Klappschute aus rieselfähiges Material (Haldenmaterial bzw. Kies/Sand) in mehreren dünnen Lagen auf dem gering tragfähigen Untergrund aufgebracht. Dieser Vorgang wird als subaquatische Abdeckung bezeichnet und wurde 2002 bis 2003 durchgeführt. Eine Testabdeckung war 1998 auf der IAA Helmsdorf erfolgreich. Auf dem Becken A der Absetzanlage Culmitzsch wurde ein Bootsverband seit dem Frühjahr 2004 eingesetzt und diese Arbeiten noch im gleichen Jahr abgeschlossen.

Konturierung und Abschluss der Sanierung

Gegenwärtig und in den nächsten Jahren wird die Kontur der Anlagen fertiggestellt und mit einer Endabdeckung versehen. Auf den Anlagen sind in einem weiteren Schritt Wege und Wasserableitungen zu bauen. Abschließend werden die entstandenen Landschaftsbauwerke begrünt und bepflanzt. Der Abschluss der Sanierung ist in Helmsdorf und Trünzig mittelfristig geplant und wird in Culmitzsch am längsten dauern. Um das Sanierungsergebnis zu sichern, werden Langzeitaufgaben notwendig sein.
IAA Culmitzsch 1991
IAA Culmitzsch 2010
IAA Culmitzsch 2015

IAA Trünzig 1991
IAA Trünzig 2010
IAA Trünzig 2015

IAA Helmsdorf 1991
IAA Helmsdorf 2010
IAA Helmsdorf 2015