Wasserbehandlungsanlagen der Wismut GmbH



Seit Beginn der Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranerzbergbaus stellt die Wasserbehandlung eine der Hauptaufgaben der Wismut GmbH dar. Bei der Sanierung fällt mit Schadstoffen kontaminiertes Wasser an. Dieses muss zum Schutz des Grund- und Oberflächenwassers gefasst und in sogenannten Wasserbehandlungsanlagen gereinigt werden.

Das betrifft im Wesentlichen:
 

Flutungswasser:
aufsteigendes Grundwasser in den zu flutenden Bergwerken und das nach abgeschlossener Flutung austretende Wasser
 

Frei- und Porenwasser:
das in den Absetzanlagen der früheren Uranerzaufbereitung vorhandene Wasser
 

Oberflächenwasser:
Wasser, dass auf kontaminierten, noch nicht sanierten, Flächen anfällt
 

Typische Schadstoffe im zu behandelnden Wasser sind Uran, Radium, Arsen, Eisen und eine Reihe anderer Schwermetalle. Die Abtrennung dieser Schadstoffe fordert, in Abhängigkeit der vorliegenden Wasserqualität, der Menge und dem Behandlungsziel, unterschiedliche Behandlungsverfahren.

Bei der Wismut GmbH werden gegenwärtig zwei grundsätzliche Behandlungsverfahren angewandt:

1. Fällungsverfahren
Durch Anhebung des pH-Wertes und durch Zugabe spezieller Chemikalien werden die Schadstoffe aus dem Wasser als schwerlösliche Verbindungen ausgefällt.

2. Ionenaustausch
Hier werden Wasserschadstoffe mittels bestimmter Ionenaustauscherharze entfernt. Der am Harz angelagerte Schadstoff kann von diesem wieder entfernt werden. Das Harz wird regeneriert und ist somit mehrfach einsetzbar. Dieses Verfahren kommt bei Wismut am Standort Königstein zur Abtrennung des Urans aus dem Flutungswasser zur Anwendung.

Aktuell betreibt die Wismut GmbH sechs Wasserbehandlungsanlagen, in denen die relevanten Schadstoffe durch chemisch/physikalische Vorgänge entfernt werden.
 

Die Wasserbehandlung wird eine Aufgabe sein, die noch über viele Jahre hinweg betrieben werden muss.



Biologische Wasserbehandlung
Eine passiv-biologische Wasserbehandlungsanlage befand sich von 2004 bis 2014 am Standort Pöhla im Probebetrieb. Bei diesem Verfahren nutzte man die Eigenschaft bestimmter Pflanzen, Schadstoffe in den Wurzeln bzw. in der Biomasse zu akkumulieren. Die technischen Anlagen dazu wurden auch Constructed Wetlands genannt. Dabei durchströmte das zu behandelnde Wasser ein oder mehrere Becken in denen sich die entsprechende Biomasse zur Schadstoffabtrennung befand. Das Verfahren ist wegen des großen Flächenbedarfes überwiegend für geringe Wassermengen geeignet.

Der Probebetrieb zeigte, dass mit der biologischen Verfahrensstufe nicht die erwartete Abtrennleistung erreicht wird und ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage langfristig nicht möglich ist. Daher wurde für die Wasserbehandlung am Standort Pöhla die konventionelle Anlage ertüchtigt und 2014 als weitgehend automatische WBA in Betrieb genommen.