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4. Internationales Bergbausymposium

9. bis 11. Oktober 2019 in Chemnitz


Exkursionen

Exkursion A


850 Jahre Freiberg – Tradition und Innovation in Bergbau, Lehre und Forschung

(in Zusammenarbeit mit TU Bergakademie Freiberg)



Die Silber- und Universitätsstadt Freiberg blickt auf 850 Jahre aktive Bergbaugeschichte zurück. Als älteste Bergstadt Sachsens ist sie auch seit über 250 Jahren die Heimat der TU Bergakademie Freiberg. Auch nach Einstellung des industriellen Bergbaus im letzten Jahrhundert sind im Stadtbereich das Forschungs- und Lehrbergwerk als aktiver Grubenbetrieb sowie eine Vielzahl von Forschungsinstitutionen und Dienstleistern aktiv, damit ist Freiberg der Schwerpunkt der Montanwissenschaften in den neuen Bundesländern. Im Rahmen der Exkursion soll die Bandbreite dieser montanistischen Angebote am Beispiel des Forschungs- und Lehrbergwerkes, der Forschungseinrichtungen des Helmholtz-Institutes für Georessourcentechnologie sowie weiterer Forschungseinrichtungen befahren werden. Als touristisches Highlight kann ein Besuch der Terra Mineralia als einer der weltweit größten Mineralienausstellungen am Standort mit angeboten werden.

  • Abfahrt ab Chemnitz: 08:00 Uhr
  • Rückkehr in Chemnitz: ca. 18:30 Uhr


 

Silberbergwerk Freiberg – Schachtanlage "Reiche Zeche" (TU Bergakademie Freiberg)
Vorbereitungen am Versuchsstand zur mikrobiellen in-situ Laugung, Einbringen der Laugungsbohrlöcher in den Erzgang mit Kernbohrgerät (TU Bergakademie Freiberg) 
Untertage-Roboter (TU Bergakademie Freiberg)


Exkursion B  

 

Bergbausanierung in der tschechischen Uranbergbauprovinz

(in Zusammenarbeit mit DIAMO)

 

Bergwerk Svornost (Einigkeit)

Das Bergwerk Svornost stammt aus dem Jahr 1518 und ist seit 1530 das am längsten aktive Bergwerk in Mitteleuropa. Zunächst wurde hier Silber abgebaut, später war es bekannt für den Uranbergbau durch politische Gefangene. Derzeit ist das Bergwerk im Betrieb für das Heilbad Joachimsthal (Jáchymov Spa), um eine Quelle für medizinisches Radonwasser aus dem Untergrund zu fördern. Es ist möglich, die 12. Sohle mit der Pumpstation zu befahren.
 

Königliches Münzhaus – Museum Karlsbad

Eine Dauerausstellung widmet sich der Geschichte der Stadt Jáchymov, der Darstellung der Bodenschätze des Erzgebirges, der Darstellung des Silberbergbaus mit einem dynamischen Modell der Bergbauaktivitäten sowie der Zeit des größten Wohlstandes des Jáchymov-Münzhauses und der Renaissance-Kultur. Die Ausstellung beschreibt zudem die lokale Industrie und die Blüte der Stadt während der Ära der Radonheilbäder. Es gibt darüber hinaus eine ständige Ausstellung über die politischen Gefangenenlager in den Jáchymov-Uranbergwerken nach 1950.
 

  • Abfahrt ab Chemnitz:   08:00 Uhr
  • Rückkehr in Chemnitz:  17:00 Uhr

Bergwerk Svornost im Winter (Foto: Jiří Pihera)
Radonwasser-Pumpstation für das Heilbad Joachimsthal (Jáchymov Spa) (Foto: Jiří Pihera)
Figur des Münzmeisters (Foto: Archiv des Museums Karlsbad)


Exkursion C


Wismut-Standort Crossen – 25 Jahre Tailingssanierung und Übergang zur Nachsorge

 

Die Exkursion C gibt einen Überblick über den heute erreichten Stand der Uranbergbausanierung und der Nachsorge am Standort Crossen. Crossen ist heute ein Stadtteil von Zwickau (90.000 EW). Hier wurde 1949/50 der ehemalige Aufbereitungsbetrieb 101 errichtet. Er war einer der beiden großen Uranerzaufbereitungsbetriebe der ehemaligen SDAG Wismut. Armerz und taubes Material wurden auf der Bergehalde Crossen abgelagert. Die Rückstände (Tailings) der Uranerzaufbereitung wurden bis 1989 nacheinander in verschiedene Absetzbecken eingespült. Das größte ist die Absetzanlage Helmsdorf (ca. 2,0 km² Fläche; 45 Mio m³ Volumen).

Die Exkursion führt zunächst auf das ehemalige Werksgelände und das zugehörige Umfeld in Crossen. Danach werden die Absetzanlagen Helmsdorf und Dänkritz 1 besucht. Nach einer Führung durch die Wasserbehandlungsanlage sehen wir auf dem Becken die Endphase des Abtrags und der Umlagerung des Wüster-Grund-Dammes, der Konturierung und Endabdeckung, sowie Wasser- und Wegebau. Begrünung, Aufforstung und naturschutzfachliche Aspekte werden auf der IAA Dänkritz 1 präsentiert, deren Sanierung bereits 2006 endete. Die Wismutsanierung soll am Standort 2021 beendet werden. Außerdem führt die Exkursion zu zwei Bergbauobjekten, die im Rahmen des Verwaltungsabkommens zur Sanierung der sächsischen Wismut-Altstandorte saniert worden sind bzw. werden. In Crossen ist dies die sogenannte „Halde Crossen“ deren Sanierung bereits 2010 endete. Des Weiteren wird das Sanierungsprojekt Absetzbecken Dänkritz 2 vorgestellt, dessen Ausführung 2018 plangenehmigt wurde. Dieses Vorhaben soll bis 2024 umgesetzt werden. Die Exkursion zeigt an zahlreichen Beispielen die steigende Bedeutung umweltrechtlicher und artenschutzrechtlicher Aspekte für die Realisierung von Bergbau-sanierungsvorhaben in den letzten 25 Jahren.
 

  • Abfahrt ab Chemnitz: 08:00 Uhr
  • Rückkehr in Chemnitz: ca. 17:00 Uhr


Industrielle Absetzanlagen aHelmsdorf (vorn) und Dänkritz 1 und 2 im Bild oben links
Wasserbehandlungsanlage Helmsdorf und avifaunistisches Ersatzgewässer (im Vordergrund)
Saniertes Betriebsgelände Crossen

Exkursion D


Silber, Kobalt und Uran – Bergbausanierung und Kulturerbe im Raum Annaberg (Erzgebirge)
 


Die Exkursion führt in die Kreisstadt Annaberg-Buchholz, eine klassische Bergstadt im oberen Erzgebirge. Die Stadtgründung verdanken die beiden Stadtteile dem Silberbergbau, der hier von 1492 bis 1892 betrieben wurde. Zeitweise wurden auch Wismut-, Kobalt-, Zinn- und Kupfererze gewonnen, und von 1946 bis 1958 folgte eine kurze, jedoch äußerst intensive Phase des Uranbergbaus. Neben der historischen Haldenlandschaft im Ortsteil Frohnau sind Besucherbergwerke, Hammerwerke und die St. Annenkirche sichtbare Zeugnisse des bergbaulichen Erbes. Zu den bergbaulichen Hinterlassenschaften gehören aber auch unzureichend verwahrte tagesnahe Grubenbaue und Tagesöffnungen sowie Haldenschüttungen in unmittelbarer Nachbarschaft zur städtischen Wohnbebauung. Hier erfolgen aktuell Verwahrungs- und Sanierungsarbeiten, die gemeinsam von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Sachsen finanziert werden.
 

  • Abfahrt ab Chemnitz: ca. 08:30 Uhr
  • Rückkehr in Chemnitz: ca. 17:00 Uhr

Blick auf Annaberg-Buchholz mit St. Annenkirche
Saniertes Areal des Schachtes 116 (Halde Drei Könige, Altstandort Annaberg-Bucholz, 2016)
Luftbild der Halde Drei Könige während der Sanierungsarbeiten, 2008

 

Exkursion E


Freital und der Süden Dresdens – Vom Bergbau zum Hightech-Standort


Die Exkursion führt uns in die Sächsische Landeshauptstadt Dresden und das westlich angrenzende Freital. In der Region wurde vom 16. Jahrhundert an bis 1967 Steinkohlebergbau betrieben. Von 1947 bis 1989 wurden uranhaltige Kohle und Uranerz abgebaut, z. T. auch vor Ort verarbeitet (Gesamtmenge an gefördertem Uran: 3700 t).

Wir besichtigen in Freital einen radioaktiven Schlammteich (Foto 1) und eine Halde, die gegenwärtig saniert werden. Danach folgen wir den Spuren erfolgreicher Bergbausanierung in Dresden-Coschütz und Dresden-Gittersee. Wir werden historische Bauten des Bergbaus, wie den Malakoff-Turm (Foto 2) und das Denkmal des Bergarbeiterunglücks 1869 besuchen und uns in Gittersee (Foto 3) sowie in Coschütz von der erfolgreichen Sanierung der Hinterlassenschaften des Uranbergbaus überzeugen. In Dresden-Coschütz haben sich mittlerweile zahlreiche Betriebe der High-Tech-Industrie angesiedelt.

Die Exkursion findet ihren Abschluss durch einen kurzen Besuch des historischen Zentrums der ehemaligen Barockstadt Dresden.

 

  • Abfahrt ab Chemnitz:  08:30 Uhr
  • Rückkehr in Chemnitz:  ca. 18:30 Uhr


Industrielle Absetzanlage 4 in Freital, in Sanierung
Marienschacht mit Malakoff-Turm und sanierter Marienschachthalde südlich von Dresden
Sanierte Betriebsfläche und Halde Gittersee