Pressemeldung

 

17.08.2015

Tagesbruch in Bad Schlema: Schacht 38 wird neu saniert

Bad Schlema. Nach Auswertung aller Untersuchungsergebnisse und Recherchen hat die Firma Geotechnik Projekt Leipzig ein Gutachten zum Tagesbruch an der Grunertbergstraße erstellt. Darin wird die Nachverwahrung des Schachtes 38 empfohlen. Derzeit wird dafür die Planung ausgeschrieben.

Die seit Anfang des Jahres laufenden Untersuchungen zum Tagesbruch in Bad Schlema hatten ergeben, dass beim 30 Meter entfernten Schacht 38 die Ursache für den Tagesbruch in der Grunertbergstraße liegt. Der Schacht wurde bereits während der aktiven Bergbauzeit mit einer Betonplombe versiegelt.

Durch eine Kamerasondierung war festgestellt worden, dass bei einer Tiefe von ca. 58 bis 76 Meter im Schacht 38 Ausbrüche des Gesteins in Richtung Tagesbruch aufgetreten waren. Vom in der Schachtakte dokumentierten Holzausbau sowie den Einbauten ist nichts mehr vorhanden. Die Bruchmassen sind schlussfolgernd in den unterhalb der Betonplombe leeren Schacht ausgelaufen.

Bei den Untersuchungen wurden insgesamt rund um den Tagesbruch 34 Erkundungsbohrungen sowie in die Schachtröhre 38 drei Sondierungsbohrungen gebohrt. Bis die Verwahrarbeiten beginnen können, wird der Schacht über die Sondierungsbohrungen überwacht.

Ab dieser Woche beginnen die restlichen Erkundungsbohrungen unmittelbar neben dem Tagesbruch. Voraussetzung für die Bohrungen war die Fertigstellung der Umverlegung der durch den Tagesbruch freigelegten Erdgasleitung.

Das am 28. Dezember 2014 aufgetane Erdloch unterhalb eines Fußwegs erstreckte sich auf 6 mal 9 Meter. Die Bruchstelle wurde unter Einbeziehung der Grubenwehr Wismut sofort abgesperrt, gesichert und schließlich mit 308 Kubikmeter Beton verfüllt.

Unmittelbar danach begann die Wismut GmbH mit dem umfangreichen Bohrprogramm zur Ursachenforschung. Tagesnahe Grubenbaue des Wismut-Bergbaus unter dem Tagesbruch konnten ausgeschlossen werden.

Im Ergebnis der gutachterlichen Prüfung der Ursachen des Tagesbruches am Schacht 38 wird der Zustand ähnlich ausgebauter Schächte geprüft. Für 2015 sind die Kontrollen der Schächte 64, 65 und 250 mittels Bohrung und Videosondierung geplant. Nach Vorlage aller Genehmigungen werden die Bohrarbeiten voraussichtlich im Oktober am Schacht 250 beginnen.

Im gesamten Bergbaugebiet Schlema-Alberoda wurden bisher durch die Wismut GmbH tagesnahe Hohlräume mit einem Volumen von ca. 500.000 Kubikmeter sicher mit Beton verwahrt.