Haldenlandschaft Bad Schlema
Renaturierte Haldenlandschaft Aue-Bad Schlema

Der Standort Schlema-Alberoda der Wismut GmbH liegt in Südwestsachsen, nördlich der Stadt Aue-Bad Schlema. Hier wurde von 1946 bis 1990 eine der weltweit größten Uranerzlagerstätten abgebaut, aus deren Erzgängen ca. 80.000 t Uran gewonnen wurden. Die durch den Bergbau auftretenden Senkungen führten im Ortskern von Oberschlema zu schweren Bergschäden, die schließlich ab 1952 den Abbruch des gesamten Kurviertels erforderten. Nordöstlich der Teillagerstätte Oberschlema wurden im Zeitraum von 1949 bis 1990 mehr als 1.000 uranerzführende Gänge bis zu 2.000 m Teufe erkundet und abgebaut.

Das riesige Grubengebäude erreichte eine übertägige Erstreckung von etwa 22 km². Den Aufwand an bergmännischen Arbeiten verdeutlichen ca. 4.200 km horizontaler Vortrieb und ca. 40 Mio. m³ untertägiger Hohlraum. Wesentliche Erschwernisse in der Betriebsführung waren u. a. Gesteinstemperaturen von etwa 65 °C in großen Teufen, die besondere Maßnahmen für die Bewetterung und Klimatisierung erforderten, die zu Gebirgsschlägen neigenden geomechanischen Bedingungen und die mehrfach gebrochene Förderung. Allein der Energieverbrauch der Grube erreichte die Größenordnung einer mittleren Stadt.

Infolge der Bergarbeiten waren 42 Halden mit einem Gesamtvolumen von ca. 45 Mio. m³ aufgeschüttet worden, die eine Aufstandsf läche von ca. 313 ha einnahmen. Davon verblieben 21 Halden in der Sanierungsverantwortung der Wismut GmbH. Neben der teilweise fehlenden Standsicherheit ging von den freiliegenden Flächen vor allem durch Staubabwehung und Radonaustritt eine erhöhte radiologische Belastung aus. Der größte Teil der Halden ist bis heute vollständig
saniert.
Haldenlandschaft Aue-Bad Schlema um 1960